Der Hopfen:

Der älteste dokumentierte Hopfenanbau war 736 in der Hallertau.
Eine erste Erwähnung des Hopfens als Brauzusatz findet sich im Jahr 1079.

Unter Hopfen versteht der Brauer die Dolden der weiblichen Hopfenpflanze. Der Hopfen verleiht dem Bier seinen herb-bitteren Geschmack.

Hopfen (Humulus lupulus) ist eine Pflanzengattung in der Familie der Hanfgewächse, seine Wirkstoffe sind psychoaktiv. Er enthält unter anderem Phytoöstrogene, also Wirkstoffe, die dem Östrogen ähnlich sind und bei Wechseljahresbeschwerden helfen sollen.
Allgemein gilt Hopfen als beruhigend.

Alle Arten von Hopfen sind Kletterpflanzen. Die hiesigen Pflanzen sind mehrjährig und können bis zu fünfzig Jahre alt werden. Die Pflanze windet sich im Uhrzeigersinn und wächst bis zu dreißig Zentimeter in 24 Stunden.

Der Hopfen ist eine zweigeschlechtliche Pflanze. Die Blüten (Dolden) der weiblichen Pflanze werden zum Bierbrauen benutzt. Denn nur sie bilden Dolden, die einen hohen Anteil an Lupulin aufweisen. Eine (Wind-) Befruchtung macht die Dolden unbrauchbar. Sie dienen als Geschmacksstoffe und wirken zusätzlich konservierend und schaumbildend. Man unterscheidet grundsätzlich zwischen den Bitterhopfensorten und den Aromahopfensorten.

Hopfen wird im Frühjahr ab Ende März im Hopfengarten gesetzt. Zwei Triebe werden um die Kletterhilfe gelegt und steigen bis September acht Meter hoch. Sind die Dolden der Weiblichen Pflanze reif, wird der Hopfen knapp über dem Boden abgeschnitten, eingefahren und von den Dolden befreit. Die Dolden werden in der Darre getrocknet, bis sie nur noch etwa 15 Prozent Feuchtigkeit enthalten, dann in Säcke gepresst und weiterverarbeitet.

Für den Brauzweck wird der Hopfen in Form von Pellets oder in getrockneter Form verwendet. Der Anteil pro Hektoliter Bier erscheint mit 200 bis 500 Gramm. Dennoch gilt er als geschmacksgebende "Seele des Bieres". Früh im Brauprozess zugesetzter und lange mitgekochter Hopfen erhöht die Hopfenausbeute, welche eine chemische Umwandlung der Alphasäuren in Iso-Alphasäuren darstellt; das Bier wird dadurch bitterer. Später hinzugefügt entsteht ein eher mildes Bier. Aufgrund seiner leicht antibakteriellen Wirkung trägt Hopfen auch zur Haltbarmachung bei.

Die gut abgestimmte Gabe von Aroma- und Bitterhopfen garantiert den typisch feinherben Geschmack des Mühlviertler Bieres.

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